Christoph Hörstel macht weiter wie gewohnt, jetzt mit neuem Logo der Neuen Mitte (mal wieder) aber mit gleichem Tenor, es sind immer noch alle Anderen schuld. Hans Tolzin antwortet ihm auf seine KW44 Tagesschau vom 04.11.2017. Es war absolut klar, dass er umgehend diesen Kommentar unter dem Video löscht, denn er zensiert im Moment was das zeug hält.

Er kann weder mit Kritik, noch kann er mit der Wahrheit zurecht kommen. Gut, dass K-Networld solche Beiträge sichert und sie dennoch öffentlich zur Verfügung stellt, denn K-Networld steht zur Meinungsfreiheit und wird sie bis zum letzten Atemzug verteidigen! Aber zuvor das Video auf YouTube, um das es im nachfolgenden Text geht:

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https://www.youtube-nocookie.com/embed/RHh6V7GawqI?rel=0&showinfo=0&start=320

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Nun die Antwort zu diesem Video:

Lieber Christoph,

Ich habe mir gerade Deinen neuesten Wochenaufsager (KW44) auf Youtube angeschaut – und muss sagen: Du bist Dir treu geblieben. Das ist leider kein Kompliment: Die üblichen Schuldzuweisungen, Beschimpfungen – immer sind andere schuld. Und die Welt steht kurz vor dem Untergang. So kennen wir Dich – aber so lieben wir Dich nicht. Nicht mehr.

Rückblickend wundere ich mich, warum ich das so lange mitgemacht habe (ganze 10 Monate), denn eine Partei mit dieser destruktiven Grundhaltung ist Teil des Problems und nicht Teil der Lösung.

Ich glaube nicht, dass ich mir Deine künftigen Wochenaufsager oft anschauen werde. Dass weltweit die Spannungen steigen, ist auch ohne Christoph Hörstel offensichtlich. Dass unsere Gesellschaft krank und korrupt ist, habe ich auch ohne Dich herausgefunden. Dass die „Schurkenstaaten“ aus Sicht der USA vor allem jene Länder sind, die sich dem Petrodollar und überhaupt der Kontrolle der Hochfinanz entziehen wollen, wusste ich ebenfalls schon, bevor ich Dich kennenlernte. Dass die Katalonier ein Recht darauf haben, ihr Schicksal selbst zu bestimmen, wenn ihnen die Quasi-Diktatur Madrids nicht gefällt, ist für jeden ethisch denkenden Menschen auch ohne Dich nachvollziehbar.

Die Parallelen zwischen Spanien und der DEUTSCHEN MITTE, als deren Vorsitzender Du am Reformationstag das Handtuch geworfen hast, sind frappierend: Hier wie dort eine „Zentralmacht“, die nicht bereit war, Kontrolle abzugeben und Autonomie zuzugestehen. Hier wie dort ein „Aufstand der Anständigen“.

Doch leider – oder gottseidank – ist die einzige wirkliche Macht, die Dir zur Verfügung steht, Deine Fähigkeit, Menschen durch Versprechungen, ablenkende endlose Ausführungen und dem Einreden eines schlechten Gewissens hörig zu machen. Lösen sie sich jedoch aus dieser Hörigkeit, bleibt Dir – ja, genau was?

Du kleidest Dich wie ein typischer Politiker. Du redest wie ein typischer Politiker. Und jetzt hat sich gezeigt, dass Du auch wie ein typischer Politiker handelst: Alles dreht sich um die Aufrechterhaltung von Kontrolle, darum, als Leithengst ganz oben zu stehen und jeden wegzubeißen, der auch nur ansatzweise eine Konkurrenz darstellen könnte. Was unterscheidet Dich da eigentlich von Angela Merkel? Können wir so die Gesellschaft erneuern? Ich habe da meine Zweifel.

Wie hast Du mich also für Dich eingenommen? Da waren einmal Deine offensichtlich hervorragenden Analysen des Weltgeschehens, das zugegebenermaßen einzigartige Programm der DEUTSCHEN MITTE und Deine bemerkenswerte Rhetorik, verbunden mit einem beneidenswert sicheren Auftreten in der Öffentlichkeit. Und das Gefühl, dass Du es mit den Inhalten wirklich ernst meinst. Dass Du wirklich auf eine Veränderung der politischen Landschaft hinarbeitest. Insbesondere dadurch hast Du mich gepackt.

Loyalität ist eine meiner besseren Eigenschaften. Das hat jedoch seine Grenzen, nämlich dort, wo es zur Selbstaufgabe führt. Dein Geschimpfe habe ich eine ganze Weile in Kauf genommen, auch Deine oftmals übereilten Ankündigungen und Deinen autoritären Führungsstil.

Zumindest solange ich noch die Möglichkeit sah, es könnte ja vielleicht doch sein, dass Du weißt, was Du da tust. Ich dachte monatelang, wenn ich Dich nur einmal in einem ruhigen und entspannten Moment ansprechen könnte, würdest Du schon verstehen…

Die beiden Wahlkämpfe haben überdeutlich gezeigt, dass Du eben nicht weißt, was Du tust. Das ganze Chaos organisatorischer und finanzieller Art geht hauptsächlich auf Dein Konto. Du magst ein guter Korrespondent sein und ein hervorragender Rhetoriker, aber Deine Führungsqualitäten und Deine soziale Kompetenz sind, nun ja, ausbaufähig.

Nichts lief, wenn Du nicht vorher Deinen Segen gegeben hast, Du warst der Engpass, den sämtliche Entscheidungen zu passieren hatten. Und oft genug wurde halt gar nichts entschieden und damit die Mitglieder, die ehrenamtlich ihre Zeit, ihre Kompetenz und ihr Herzblut in Projekte gesteckt hatten, brüskiert.

Und was unser eigener Anteil an dem Desaster? Nun, wir hatten Dich einfach gewähren lassen, statt frühzeitig „Stop!“ zu sagen.

In Deinem vorletzten Wochenaufsager war mit der DEUTSCHEN MITTE angeblich noch alles in bester Ordnung, nun aber besteht die DEUTSCHE MITTE für Dich auf einmal nur noch aus „Krakeelern“. Nun ja, ich bin so ein „Krakeeler“. Wenn Krakeeler sein bedeutet, sich gegen Willkür und Entmündigung zu wehren, dann bin ich gerne einer und bedanke mich für das Kompliment!

Du versuchst nun den Anschein zu erwecken, als hättest Du die DEUTSCHE MITTE verlassen, weil sich gezeigt habe, die Mitglieder, also die „Krakeeler“, seien Deiner nicht würdig. Und von jetzt an dürften nur noch die „Würdigen“ in den Genuss Deiner Führerschaft kommen.

Dein Abgang war in Wahrheit eine Flucht vor den Konsequenzen Deines Handelns, nicht mehr und nicht weniger. Und übrigens: Nicht die Landesverbände haben gegen die Parteisatzung gehandelt, wie Du im Wochenaufsager behauptest. Vielmehr haben die Landesverbände (!) die Einhaltung der Satzung angemahnt, die ja vom Vorsitzenden höchstpersönlich ein ums andere Mal ignoriert oder offen verletzt wurde. Vor allem dann, wenn es darum ging, den Landesverbänden endlich Finanzhoheit zuzugestehen und Rechenschaft über den genauen Verbleib der Einnahmen zu geben.

Als ich noch zur Schule ging, kursierte unter uns Schülern ein Witz, so lahm wie oft bemüht:

„Was sind die eisernen Regeln im Unterricht? Erstens: Der Lehrer hat immer Recht. Zweitens: Sollte er einmal nicht Recht haben, tritt automatisch Regel Nummer eins in Kraft.“

Es sind immer die Andern, die Fehler machen, immer die Anderen, die Schuld sind, immer die Anderen. Nur nicht Christoph Hörstel. Denn im Zweifelsfalle tritt automatisch Regel Nummer eins in Kraft. Ich gestehe Dir durchaus zu, dass dieses Verhalten nicht Absicht von Dir ist. Es ist wohl eher zwanghaft zu nennen.

Als wir dieses Spieles müde wurden, hast Du Dich einfach verkrümelt, statt Dich endlich mal berechtigter Kritik zu stellen. Von einem Absetzen als Vorsitzenden war ja gar nicht die Rede, sondern „nur“ von Mitsprache, wie es Parteiengesetz und Satzung vorsehen.

Erstaunlicherweise kann ich mich ganz ohne Bitterkeit von Dir verabschieden. Anderen geht es nicht so und das ist für mich sehr nachvollziehbar.

Doch was ich durch Dich gelernt habe, ist kaum mit Geld zu bezahlen. Zum einen hast Du mir gezeigt, dass ich mit meinen 59 Jahren mit dem Guru-Thema, d. h. der Sehnsucht nach einem großen Papa, der schon alles richten wird, doch noch nicht ganz durch bin. Da ist meinerseits noch Achtsamkeit gefragt.

Außerdem hast Du mich zum Schluss wirklich sehr herausgefordert, zu mir selbst zu stehen und vor allem im persönlichen Gespräch gegenzuhalten. Du erinnerst Dich sicher an unser letztes Telefonat, bei dem Du das Gespräch dann abrupt beendet hast.

Uns allen in der DEUTSCHEN MITTE hast Du durch Dein Verhalten dazu gezwungen, innezuhalten und zu reflektieren, wofür wir eigentlich stehen. Und uns zu fragen, ob ein super Programm und ein vermeintlich charismatischer Führer wirklich alles ist, worauf es ankommt.

Du hast uns die Gelegenheit gegeben, einen Neustart zu wagen und das Parteiengesetz sowie die Satzung mit echtem Leben zu füllen. Du hast uns gezeigt, dass wir keinen (scheinbar) charismatischen Führer brauchen und dass soziale Kompetenz mindestens ebenso wichtig ist wie ein gutes Programm.

Ich nehme bei mir und bei allen Mitgliedern, mit den ich rede, eine Aufbruchsstimmung, ein Aufatmen wahr, so als wäre eine schwere Last von uns genommen worden, die uns bislang nicht wirklich bewusst war.

Nun, es gibt keine Garantie dafür, aber ich bin zuversichtlich, dass dieser Keim, den Du gesetzt hast, aufgehen und erblühen wird. Vermutlich nicht ganz so, wie von Dir erwartet. Nämlich ohne Dich.

So wie das Küken aus eigener Kraft die Schale aufpicken und sich der Schmetterling aus eigener Kraft aus dem Kokon befreien muss, so haben sich die Mitglieder der DEUTSCHEN MITTE von etwas befreit, das vielleicht einmal wichtig und hilfreich war, nun aber dem weiteren Wachstum im Wege steht.

Wenn der Schmetterling fliegt, bleibt der Kokon zurück.

Du warst unsere Eierschale, unser Kokon und unser Geburtskanal.

Deshalb bin ich Dir nicht böse, sondern dankbar.

Ich wünsche Dir alles Gute auf Deinem weiteren Weg.

Wo immer Du auch bist.

Tschüss!
Dein
Hans U. P. Tolzin
Medizin-Journalist und Autor


Es sind Worte, vor denen ich den Hut ziehen muss. Sie sind gut gewählt, treffend, überzeugend und voller Tatendrang, die Herausforderung anzunehmen, aus der Deutschen Mitte endlich eine vernünftige Partei zu gestalten. Ich fand persönlich das Parteiprogramm schon immer sehr ansprechend, nur war Christoph Hörstel als Parteivorsitzender für mich schon immer ein Dorn im Auge. Ich denke, dass die Partei ohne ihm endlich eine reale Chance hat sich zu etablieren! Und Christoph Hörstel hat ein ganz wichtigen Beitrag geleistet. Er hat dafür gesorgt, dass niemals wieder jemand die Chance hat sich persönlich an dieser Partei zu bereichern, oder sein Ego in den Mittelpunkt zu stellen! Eine Partei, die Ethik und Moral als einen seiner wichtigsten Stützpfeiler besitzt, muss auch mit seinen Mitgliedern genau das vorleben! Führen durch Vorbild und hier hat Christoph Hörstel auf ganzer Linie versagt!

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2 Gedanken zu “Die echte Geburtsstunde der Deutschen Mitte – Ermöglicht durch Hörstels Abgang

  1. Das Märchen von einem Gernegroß.

    Es war einmal ein schlauer Fuchs mit entsetzlich kleinen Händen, die zur Arbeit nichts taugten. Aber schreiben konnte er gut und reden. Als das Schicksal es nicht gut mit ihm meinte verlor er alles und machte sich Sorgen um seine Rente. War er es früher doch gewohnt große Autos zu fahren, in den besten Hotels abzusteigen und nur das beste Essen zu genießen. Nun aber abhängig von der Sozialhilfe wollte er das alte Leben wiederhaben und gründete eine Partei um mit geschickter Rede Spenden sammeln zu können. Es war so einfach, er musste nicht einmal selber recherchieren. Er trug aus verschiedenen Onlineportalen Nachrichten zusammen, dichtete seine eigene Meinung dazu und verkaufte es hochwichtig als neues Produkt. Im Grunde ist das wie das Vorlesen einer Zeitung, doch wortgewaltig vorgetragen kam dies bei Menschen mit Angst gut an und wurde gerne auf Youtube gesehen. So bediente er mit rhetorisch ausgefeiltem Geschwurbel die Ängste der Menschen und versprach ihnen fortan gebt mir Geld und ich erzähle euch wie böse die Welt ist. Menschen oder Lösungen waren ihm nicht wichtig, sondern lästig. Unbequeme Mitglieder wurden als Krakeeler, Kakalaken, Bodensatz, U-Boote und Sozialzombies abgewertet, ihre Mitgliedsbeiträge und ihre hohen Spenden hingegen waren willkommen. Kritiker wurden mit Hilfe einer ausgeklügelten Parteisatzung schneller hinausgeworfen als sie ihre Fragen stellen konnten. Alles, was sein System störte, war schließlich Verschwörung und wurde entfernt. Er stellte sich selbst in Briefen als Berühmtheit dar und baute sich einen Habitus der Wichtigkeit auf. Das Blendwerk wurde mit Personenschützer, Assistentinnen, Chauffeur und Luxuslimousine garniert. Immer eine fette Kreditkarte in der Tasche. Der Rubel rollte, die Spenden kamen. Doch er verlor den Überblick über seine eigenen Regeln und gab mehr aus als das System einspielte. Da begann es zu bröckeln und die treuen Wegbegleiter begannen zu zweifeln. Als er merkte, dass der Bogen überspannt war, floh er und überließ die Trümmer seines Schaffens den anderen. Wieder erklärte er, dass alle anderen schuld sind, gründete fluchs eine neue Partei und begann von vorne… Jetzt würde alles besser!

    Ähnlichkeiten mit noch lebenden Personen sind rein zufällig. Niemand sollte hier Parallelen zu aktuellen Ereignissen ziehen, das wäre reine Verschwörung. Es ist nur ein Märchen.

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