Durch die verseuchte Luft am Kottbusser Tor ist mein Sohn beinahe nachts an PseudoKrupp erstickt. Das war vor über dreißig Jahren. Dort leben heute überwiegend Menschen, die nicht mit Reichtümern gesegnet sind. Ansonsten würden sie sicher in eine andere Gegend ziehen.

Haben sie in letzter Zeit einmal ein Messgerät am Kotti oder der Sonnenallee in die Atemluft gehalten? Dabei steigen mit der verseuchten Luft zum Glück auch die Möglichkeiten, diese zu filtern oder gar Sauerstoff per Sauerstoffgerät zu atmen. Für ältere Menschen, und bereits erkrankte Menschen, ein Segen.

Leider bekommt man Zuschüsse, wenn überhaupt, nur dann, wenn es eigentlich zu spät ist.

So ist man doppelt betroffen: Mangels finanzieller Mittel lebt man in verseuchter Luft, kann sich aber auch per Technik nicht Erleichterung verschaffen. Manche kratzen doch noch ein paar Euros zusammen und flüchten per Flugzeug aus der #BesteStadtderWelt – etwa nach Malle! Ein fataler Kreislauf: Dadurch verbläst man wieder neue Unmengen Schadstoffe, die sich heute wie ein Leichentuch um den ganzen Erdball legen.


Da kann man die Sylvesterknallerei fast vergessen?

4000 Tonnen zusätzliche Schadstoffe werden Sylvester über Deutschland freigesetzt. Denn danach leben wir für einige Zeit alle in einer Luft, die fast an Körperverletzung erinnert.

Nicht nur aus diesem Grund habe ich zur allgemeinen Belustigung der Verwandschaft mit meiner Frau seit Jahren auf Urlaubsflug und Sylvesterfeuerwerk verzichtet. Schön blöd!? Immerhin haben wir über 100 Tonnen Schadstoffe eingespart. Alleine gemessen an den Schadstoffen, die nur wir Deutsche per Urlaubsflug verteilen, ist die Sylvesterknallerei aber direkt schon wieder niedlich! In den letzten Jahren wurden über 4000 Tonnen Kerosin per „fueldump“ über Deutschland abgelassen – diese sollen laut Experten jedoch „harmlos“ sein!

Während das kommende Dieselfahrverbot aus den unterschiedlichsten Gründen für erheblich Ärger sorgt, finden Verbote zum Sylvesterfeuerwerk einzelner Gemeinden mehr Anhänger.

 

Wenn die UNEP heute aber meint, wir haben ohnehin nur noch zwölf Jahre, dann kann man eigentlich die verbleibende Zeit noch als Klima- und Umweltsau verbringen – wenn es eh‘ schon egal ist?

Die von mir und meiner Frau eingesparten 100 Tonnen Schadstoffe waren für die Katz. Das ärgert mich jetzt, dass ich nicht auch die Urlaubssau rausgelassen habe. Dafür werde ich dieses jahr exzessiv feuerwerkeln. Da sind neue ultimative Raketen am Markt, um es richtig krachen und rummsen zu lassen – und danach geht es per Flug- und Schiff auf Weltreise! Die 100 Tonnen hole ich mir zurück! Will kein Dummdödel und Nazi mehr sein! Denn tatsächlich gilt man automatisch als „Nazi“, wenn man die Schadstoffe der Flugzeuge kritisiert. Eine bundesweite Hetze hat Kritiker der Abgassauerei am Himmel bis ins TV hinein als mögliche Terroristen stigmatisiert. Denn die wollen womöglich Flugzeuge abschießen?

Endgültig geheilt hat mich Dieter Nuhr in seinem Jahresrückblick:

Sehen sie hier röchelnde Menschen durch die Straßen krabbeln?

Offensichtlich kein Grund zur Veranlassung vorhanden – schon gar nicht für ein Fahrverbot – und schon gar nicht mehr für mich, auf das umweltschädlichste Fortbewegungsmittel zu verzichten! Also – rein in den Billigflieger! 2018 kann kommen!

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