Million People March

Wenn man in Berlin lebt, dann hat man oft den Eindruck, es wird ständig irgendwo protestiert. Manchmal ziehen gleich mehrere Demos durch die Gegend. Bei bestimmten Gegendemos muss man die gegensätzlichen Lager auseinander halten, damit es nicht zu Ausschreitungen kommt.

Diese Demonstrationsfreude täuscht, denn oft sind hier gut organisierte Profis am Werk, die sogenannten Berufsdemonstranten, die sich heute offensichtlich schönes Geld verdienen können.

Auffällig gut gekleidet und ausgerüstet, gut durchtrainiert, so sahen die erstaunten Hamburger den Schwarzen Block. Mancher wünschte sich, die Polizei sei so in Schuss. Denn in manchen Bundesländern fließt das Geld in Prestigeobjekte, so dass für wichtige Dinge das Geld knapp ist. Ausrüstungsgegenstände müssen sich Polizisten selbst beschaffen, bzw. Zuzahlungen leisten. Da haben es manche „Kampfgruppen“ besser, die anscheinend über  großzügige Sponsoren verfügen.


Der Bürger in Deutschland ist in seiner ganzen Breite und Tiefe jedoch wenig demonstrationsfreudig, sieht sich die Angelegenheit lieber vom Fernsehsessel an. Das ist den Leuten von der Abteilung „Crowd Controlling“ natürlich bekannt. Dies führte dann wie gesagt zum Berufsdemonstrantentum bzw. zu den Crisis Actors, wie man heute auch sagt.

Kommt ein „Systemkritiker“ mit seinen Botschaften nicht durch, dann ruft er beleidigt „Schlafschafe“!

Damit die deutsche Bevölkerung nur nicht auf wirklich dumme Gedanken kommt, berichtet man wenig über Massendemonstrationen in anderen Ländern. Wie etwa 2013, als eine Million Menschen in Manila gegen Korruption protestierten. Ausgiebig berichtet man jedoch über „Aufstände“, die im Sinne der NATO und USA gelegen kommen, wenn man Interesse an einer Destabilisierung eines Landes oder einer ganzen Region hat. Wegen der Bodenschätze etwa! Wer sich hierfür interessiert, kennt sicher die Geschichten zu gemanagten Regimewechseln, die per Geheimdienst angezettelt und erfolgreich durchgeführt wurden. Etwa den Sturz der persischen, demokratisch gewählten Regierung und Einsetzung des Diktators Mohammad Reza Pahlavi. Diese böse Tat rächt sich bis in die heutige Zeit schrecklichst, die Täter blieben ungestraft. Zur Destabilisierung der betroffenen Länder setzt man neuerdings auch erfolgreich die Migration als Waffe ein – oder das Wetter.

Dabei gab und gibt es auch im verschlafenen Deutschland beachtliche Demonstrationen. Hunderttausende gingen früher zu Ostermärschen und Friedensdemos auf die Straßen, schnell eingesammelt in eine Partei, die sich nach erfolgter Transformation dann wie ein Ochse am Nasenring in einen inszenierten Krieg führen ließ.

Auch gegen TTIP wurden über 250000 mobilisiert, wie in Berlin gesehen. Das machte den Staat nervös und schnell ließ man zur Abschreckung der Bürger vor den Geräten verbreiten: die Hintermänner waren Nazis! Obwohl alle großen Verbände an den Demos beteiligt waren, incl. Teilen der Gewerkschaften usw.
D.h.: würde die breite Masse über bestimmte Dinge informiert werden, könnte es durchaus zu größeren Protesten kommen, auf die man sich aber bereits gut vorbereitet hat – für den Ernstfall.

Um große Mengen Menschen auf die Straße zu bringen, dafür braucht es in Deuschland nur den Karneval bzw. Fasching. Da laufen Jung und Alt hinterher, denn das macht ja Spaß und Alkohol fließt reichlich! Ein wichtiges Lebens-und Überlebens-Mittel für uns Deutsche, um überhaupt in „Stimmung“ zu kommen.

Spaß und Alkohol – da sind wir dabei – in Massen!

Ob das nun Love Parade oder Karneval der Kulturen ist, man staunt, wie viele sich dann von den Geräten losreißen können.
Beim Karneval der Kulturen sind über eine Million Menschen am Start – als Teilnehmer oder an den Straßenrändern.

CSD Köln

Der Christopher Street Day hat sich in wenigen Jahren zu einem Million People March entwickelt. So viele sollen es inzwischen alleine in Berlin sein, die sich für die Rechte der Homosexuellen einsetzen! Und Spaß haben wollen! Der Spaßgesellschaft werfen heute einige Miesepeter aber vor, dieser ständige Spaß würde nun bei Teilen der Bevölkerung zu einer Art Bequemlichkeitsverblödung führen! So konnte man aus prominenten Mund zur Migrationswelle, dem epochalen Jahrhundertereignis (lt. Gauck) hören: Der besondere „Lebenswille der Migranten, werde uns schläfrigen Deutschen gut tun.“ Dabei sind viele Deutsche nur schläfrig, weil die einen mehrere Jobs bedienen müssen, während die anderen durch jahrelangen Müßiggang tatsächlich „schläfrig“ geworden sind?

Hoffentlich gibt das bei den Migranten nicht ein ähnlich brutales Erwachen, wie es tausende Osteuropäer/innen bereits durchleben mussten: Als Billiglöhner oder in der Zwangsprostitution!  Das Institut für Menschenrechte hat gerade Klartext dazu gesprochen!

Man staunt immer wieder, wo die Deutschen ihre Prioritäten setzen. Laut Umfragen sollen sie ja sehr zufrieden sein – insgesamt gesehen. Aber auch kleinere Gruppen bekommen große Aufmerksamkeit, wenn sie von den richtigen Strategen organisiert und geführt werden. Besonders bei den Anti-Kohle-Protesten staunte man über die Professionalität mancher Aktivisten.

Den Vogel schoß aber ein einzelner Berliner ab, der KEIN Medienecho bekam. Er stand ganz alleine vor einem Berliner Lokal und rief: Das Ende ist nahe! Lest die UNEP-Studie!

Das war kein Medienthema! Anders ein einzelner Stratege, der vor einem israelischen Lokal pöbelte. Da rauschte es im Medienwald! Bundesweit!

Oft reicht es also, auf ein bestimmtes Thema zu setzen, um auch mit geringem Aufwand ein größtmögliches Echo zu erzielen. Wie ja auch Politiker mit sinkendem Stern immer wieder durch „Hassmails“ Medienpräsenz bekommen.

So staunt man immer wieder, wie viele Menschen doch wissen oder ahnen, dass an unserem Himmel seltsame Dinge vor sich gehen, und dass die verseuchte Luft ungesund ist. Aber wie reagieren sie? Wie würden Sie reagieren, wenn der Arzt ihnen sagt: Sie haben nur noch wenige Jahre zu leben? Das vorhandene Geld nochmal richtig auf den Kopf hauen? Weltreisen machen?

Und genau so reagieren die Leute: Obwohl das Umweltbundesamt gewarnt hatte, man möge doch mal auf einen Urlaubsflug verzichten, der Umwelt und der Gesundheit zuliebe, stürmt man die Flugzeuge! Auch 2017 war wieder ein Rekordjahr für die Reiseveranstalter, für den Flugverkehr. Genau im Sinne der Flugbranche, denn die möchten die weltweit 3,3 Milliarden Flugpassagiere auf sieben Milliarden steigern.

Nun fühlen wir Umweltaktivisten uns fast ein wenig schuldig!

Denn wenn wir sagen: Es ist alles noch viel schlimmer, alles verseucht, wir sind alle verseucht, —– dann stürmen die Leute noch mehr die Flugzeuge, um schnell nochmal Spaß zu haben?

Obwohl die Kapelle bereits spielt

Nearer My God to Thee

Jetzt erst verstehe ich die Nudging-Politik der Kanzlerin: Indem sie die Botschaft verbreitet: Alles in Ordnung, kein Grund zur Veranlassung, hält sie die Massen ruhig! Wir, die wir etwa vor dem umweltschädlichsten Fortbewegungsmittel warnen, lösen dagegen eine trotzige Gegenreaktion aus: die Flugzeuge und Kreuzfahrtschiffe werden gestürmt.

Freilich nicht von jenem Fünftel der Bevölkerung, die bereits „off game“ sind, die Abgehängten! Auch nicht die 66000, die jedes Jahr an der verseuchten Luft versterben. Die Abgehängten sind doch selbst schuld, wenn sie am Daumen lutschen! Und von wegen Umweltschutz und Dekarbonisierung: Sehen Sie irgendwo röchelnde Menschen auf den Straße krabbeln? Nö, höchstens Besoffene, Bekiffte und glück- und erfolglose Minderbemittelte. Und wenn sie für  Suff und Zigaretten noch Geld haben, kann es ja nicht so schlimm sein!

Für den Spruch über die nicht vorhandenen „Röchelnden“ auf den Straßen, den sich Dieter Nuhr in seinem TV-Jahresrückblick geleistet hat, würde man ordentlich Prügel bekommen, wenn man das „Rauchverbot“ damit anzweifeln würde. Denn da weiß jeder Dummdödel: die Röchelnden sind in den Kliniken. Ob man dort auch die per Umweltverseuchung röchelnden „Erlebenden“ findet?

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